Monday, October 30, 2006

Du nord au sud...

Das gibt es nicht! Geduld zahlt sich so was von aus! Ich kann euch nur raten: -Jungs und Maedels, jung und alt- seids geduldig...;)
Ich habe tatsaechlich noch einen einigermassen guten Tag in Racelafaa mitbekommen! Der Hammer! Solide 2 - 2.5m kraftvolle, schoene, hohle und doch fuer den Spot noch nicht perfekte Wellen waren ein tolles Abschiedsgeschenk! Die Welle ist schwierig zu fahren, aber am Ende jedes Mal den Weg zurueck, bis zum Peak -und das kann manchmal ganz schoen weit zu paddeln sein- wert! Der Ein- und Ausstieg am Spot, ist eine andere Sache...

Eine wunderschoene und ereignisreiche Woche in Safi haette keinen besseren Abschluss finden koennen. Auch wenn mein Surfen nach sechs Tagen ohne Surf nicht das Beste war, hat sich das Warten am Ende reichlich bezahlt gemacht (Surfer-Waehrung).
Die Bilder, hat allesamt Karim geschossen, der wegen seiner Verletzungen an den Haenden, (an genau dem Spot passiert) leider nicht mit ins Wasser konnte!
Der Trip nach Marakesch musste somit leider ausfallen!















Der Abschied aus Safi war ein wenig hektisch, weil ich ein wenig zu spaet dran war (...passiert mir manchmal). Gluecklicherweise habe ich den Bus aber trotz dieser etwas engen Kiste noch erwischt! Einzig und allein die Art und Weise, wie der Abschied dann so husch husch stattgefunden hat, war ein wenig schade! Der wurde dieser wirklich atemberaubend anderen Woche in einem Leben, nicht ganz gerecht!
Dennoch war es Zeit fuer mich weiterzureisen, denn so schoen sieben Tage innerhalb einer tollen Gemeinschaft auch seien moegen, spaetestens nach dieser Zeit, brauche ich Ruhe, ein wenig Einsamkeit, Privatsphaere (die dort einfach nicht! existiert) und ueber allem Unabhaengigkeit! (Ich kann gut verstehen, warum einige Laender fuer ihre Souveraenitaet alles tun...nicht ganz dasselbe, aber ein Vergleich)!
Wie hat ein weiser Mann (...) mal gesagt: "Gruppenreisen sind anstrengend!" Stimmt!

Nun bin ich wider Erwarten nicht wie geplant zurueck in Taghazout, sondern etwas weiter suedlich. Ich konnte in Taghazout nur eine Nacht dort verbringen, wo ich wollte, da diese Woche alles ausgebucht ist! Egal!
Schnelle Planaenderung beim Abendessen und Entspannen nach der sechsstuendigen Busfahrt (gilt auch als Gruppenreise...) und...
Nach einer guten Nacht und einem darauffolgenden guten Fruehstueck, sitze ich zusammen mit einem Schweizer (die sind hier ueberall!) im Taxi Richtung Agadir. Der einzige Unterschied zwischen ihm und mir -abgesehen davon, dass er Schweizer ist und ich glaube ich nicht- ist, dass er zum Flughafen ("plane station"...krank die Schweizer) und anschliessend nach Hause faehrt! Ich werde vorher an der riesigen unueberschaubaren und vor blauen Taxis leuchtenden Taxi-Station Agadirs ausgekippt! Der Schweizer zahlt..."easy" sagt er nur dazu. Merci!
Ein Taxi (ich liebe Taxis) und zwei Bienenstiche in den Ruecken (kein Scheiss) spaeter, steige ich nicht in Sidi Ifni, wo ich eigentlich hinfahre, aus, sondern vorher in Mirleft, 30km vorher!
Ich hatte den Namen in Bezug auf Surfen schon mal gehoert und vom Taxi aus hat mir der echt ruhige Ort so gut gefallen, dass ich ihn naeher sehen wollte!
Zu Recht, wie sich rausstellen sollte! Das ist zur Zeit der einzige Ort in ganz Marokko (im Ernst, und ich weiss nicht warum das so ist), wo es ordentlich Wellen gibt, die es laut Internet garnicht geben sollte! Und hier ist keine Sau! Nur vier Locals und ich. Und wir essen gemeinsam, also ist das ne ziemlich relaxte Atmosphaere hier!

Mal sehen, wann ich mich hier aufraffen kann, um den Kumpel vom Felix und vom Jippi in Sidi Ifni doch noch zu besuchen!

Geniesst die ersten Surfbilder meiner Reise nur halb so sehr wie ich und lasst es euch gut gehen!!! Liebe Gruesse aus dem staubigen und nur sonnigen, von Kakteen gepflasterten Sueden Marokkos!

Aloah Henner

Thursday, October 26, 2006

la "petite fête"

Ich bin nun den sechsten Tag in Safi bei meinem Freund Karim und dessen Familie. Und es ist die absolut andere Seite meiner angestrebten Surfreise. Ich bin mir sicher, dass ich mich nicht an jede einzelne Welle erinnern werde, die ich waehrend meiner Reise reiten werde! Sehr wohl werde ich allerdings jeden Tag genau im Gedaechtnis behalten, den ich hier inmitten einer anfangs voellig fremden aber nunmehr sehr vertrauten marokkanischen Familie verbracht und erlebt habe! Es sind neben den ganzen tollen Wellen, genau diese Erlebnisse, die solch einen aussergewoehnlichen Trip ausmachen! Und es war und ist amazing!!
Nur aus diesem Grund, habe ich es so lange (und eigentlich war es viel, viel, viel zu lange) ohne Wellen und etwas entfernt vom Strand ausgehalten: und jetzt juckt mir der Arsch!
Aber nunja...da kratze ich mich und dann...egal! Bald sollte es wieder Wellen geben!
Die unglaubliche Sensation der Erfahrung inmitten einer marokkanischen Familie den Lebensstil und die marokkanische Kultur kennenzulernen gipfelte im "petite fête"! Das ist die kleine Feier, die am Morgen (und den ganzen Tag), nach dem letzten Tag des Fastenmonats Ramadan ansteht! Dann gibt es den ganzen Tag Plaetzchen und Tee, bis mann nicht mehr aufrecht sitzen kann. Aber es ist richtig chillig und erholsam, den ganzen Tag zu essen: zumal hierzulande die Frauen (und nur die Frauen) fuer Essen und anschliessend fuer das Wegraeumen zustaendig sind. Aus diesen Gruenden, gibt es den ganzen Tag lang keinen Grund aufzustehen...
Und gross aufs Klo gehen moechte ich hier so lange nicht, wie es sich herauszoegern laesst! Es gibt hier naehmlich kein Klopapier...(Loesungsvorschlaege bitte per email an mich: die Aufloesung gibt es naechste Woche) =)
Deshalb bin ich auf alle Faelle einfach sitzen geblieben. Den ganzen Tag...
Aber im Endeffekt habe ich mir das auch verdient, da ich den letzten Tag des Ramadan mitgefastet habe! Kein Essen und kein Trinken(!) fuer 12Stunden! Schon krass...


Mittlerweile ist hier wieder die -fuer mich etwas annormale- Normalitaet eingekehrt, und alles geht seinen gewohnten Gang!
Einer der Gruende, warum ich zu dieser Zeit nach Safi gereist bin, war der fuer heute, Donnerstag, angekuendigte 3.5m Swell! Es gibt in Safi naehmlich einen weltberuehmten rechten Pointbreak namens Racelafaa -den schon Surfgroessen wie Tom Carrol gesurft sind-, der bei grossem Swell laeuft! Den moechte ich bervor ich hier abreise auf alle faelle noch surfen! Ich finde, dass ich auch das verdient haette, da ich nunh bereits vier Tage darauf warte (ohne Surf).
Alle reden auf der Strasse von diesem Spot und reden ueber den Swell...
Deshalb bin ich nicht nur wegen meiner baldigen Abreise am Samstag Morgen, nervoes!! Es wird auf alle Faelle knapp, denn mir bleibt nur Morgen frueh!
Danach starten wir naemlich unseren gemeinsamen Trip nach Marakesch!
Ich hoffe ich kann euch demnaechst tolle bilder "from the Garden" praesentieren (Racelafaa = "le jardin")...
Zuvor koennt ihr die Bilder vom Fest geniessen!
Sonnige Gruesse aus dem gehypten Safi und bis demnaechst in einem anderen Ort...

Aloah Henner

Monday, October 23, 2006

ça c'est le maroc

Diesmal sitze ich nicht wie gewohnt im Cyber-Cafe in Taghazout, sondern haue in Safi in die Tasten! Nachdem ich zuvor lediglich zwei Kilometer von Taghazout nach Tamraght in eine wunderschoene und ziemlich gediegene Unterkunft mit nur coolen Leuten umgezogen bin, musste ich mich weiter vom Fleck bewegen.
Aber eins nach dem anderen:
Als Abschied vom Camp in Tamraght, diente der erste Besuch im Hamam, dem traditionellen marokkanischen Dampfbad! Am Empfang gibt man all seine Sachen beim Portier ab, um anschliessend leicht bekleidet und mit zwei Eimern, Seife und einem speziellen Schwamm bewaffnet in den ersten von insgesamt drei dampfenden Raeumen -von denen der dreitte der heisseste ist- einzutreten. Hier kann man sich nun entweder selbst waschen oder -zu meinem Unglueck- waschen lassen! Letzteres musste ich natuerlich ausprobieren um herauszufinden, dass das mit dem Waschen was wir kennen nicht viel zu tun hat. Nach dem feinsaeuberlichen Einbalsamieren des auf dem Bodenliegenden -ich-, mit der Seife durch einen der zustaendigen gar nicht zimperlichen 'Bademeister', kommt der eher unangenehme Teil! Der Schwamm! Hat man den ueberstanden, hat man nichts mehr zu lachen! Was folgt sind Szenen, die wir nur aus dem Wrestling kennen...Danach "kann" -wenn man kann- man sich dann mit Hilfe der zwei Eimer abwaschen und abduschen.
Ich kann nur sagen, dass einer von uns dreien (Italiener, Franzose und ich), die sich haben waschen lassen, am Abend nach dem Erlebten nicht mehr gesprochen hat...der Franzose.
Trotz der unschoenen Szenen am Ende, war das ein sehr intensives und aussergewoehnliches Erlebnis. Auch wenn ich in meinem Leben wahrscheinlich noch nie so sauber war, beim naechsten Besuch -und das rate ich jedem- wasche ich mich selbst!
Am naechsten Morgen entschloss ich mich kurzer Hand diesen schoenen, von angenehmen Leuten bewohnten Ort, namens "Villa Solaire" zu verlassen, um das Abenteuer zu suchen! Und wer sucht, der findet bekanntermassen ja auch.
Nach einem kurzen, aber guten Fruehstueck mit neu gewonnenen Freunden -vor allem mein roomie Simone (Italiener) und der total durchgeknallte Michael (Schweiz)-, habe ich diese verabschiedet und mich mit Sack und Pack (und Brett) auf die zu diesem Zeitpunkt (ca. 12:00 Uhr) voellig ungewisse Reise gemacht. Auf die Reise machen heisst in eine Richtung losgehen!
Den Rucksack auf dem Ruecken, das Surfbrett unterm Arm, Musik im Ohr und alles moegliche im Kopf mache ich mich auf in Richtung Essouira\Safi. Einige Minuten Fussmarsch spaeter, gelang es mir noch vor Taghazout, einen oeffentlichen, wie gewoehnlich viel zu vollen Bus, winkend zum Anhalten zu bewegen.
In marokkanischer Manier, ging es stehend, schwitzend und hin und her schwankend, viel zu schnell bis in den Ort Tamri, wo der klappernde, provisorisch reparierte Buss einfach nicht weiterfuhr.
Nach einigen Frage-und-Antwort-Spielen mit Einheimischen und Taxifahrern, finde ich mich mit 6 weiteren Passagieren, dem Fahrer (!) und meinem Gepaeck im Kofferraum (Rucksack und Brett! Im Kofferraum...) verstaut in einem fuenf-Mann Taxi wieder, das mich bis nach "Smimou", 120km vor Essouira bringt.
Dort angekommen finde ich erneut Platz in einem Taxi. Dismal mit 7 anstatt mit 6 weiteren Personen und somit meinem Gepaeck (Brett und Rucksack) auf dem Dach! Langsam und bedacht schleichen wir die staubigen immer steiler und schlechter werdenden Serpentienen in richtung Essouira entlang. Leute steigen aus, neue Passagiere steigen ein. Je weiter wir nach Norden kommen, um so gruener wird es um uns herum. Gegen 15:30 Uhr erreiche ich ein wenig geschafft aber immer noch gut gelaunt Essouira. Q-Tip hat mir die Fahrt mit seinen funky Beats erheblich verkuerzt.
Hatte ich mir zuvor vorgestellt, vielleicht ein wenig Zeit in Essouira zu verbringen, entscheide ich mich noch beim Aussteigen, dass ich noch heute nach Safi weiterreise!
Nach einigen harten Verhandlungen und ewigem Hin und Her sitze ich in...genau.Schon wieder ein Taxi. Nicht ganz so abgefuckt wie das vorherige, zum Ausschlachten allerdings schon lange nicht mehr geeignet.
Sehr genau betrachte ich, wie die mokka- gelbe, mit gruen gespickte Lanschaft an mir vorbeizieht; ich habe naemlich mit meinem Gesicht an der Scheibe und einer halben Arschbacke auf der Sitzbank, der anderen auf dem Tuergriff, den mit Abstand besten Blick...
Eine Busfahrt und drei Schrott-Taxis spaeter habe ich eine ziemlich abenteuerliche Reise hinter mir und erreiche voellig planlos Safi! Egal.
Safi ist geschafft. Jetzt muss ich nur noch Karim (dessen Adresse ich vom Felix habe), finden. Der weiss noch nichts von seinem Glueck, weil ich es in fuenf Tagen nicht geschafft habe ihn anzurufen. Aber das kenne ich ja...
Ich stehe an der Taxi-Station mitten in Safi und weiss nicht wirklich wo ich mich geographisch befinde. Da es aber erst 16:10 Uhr ist, denke ich mir: " Es ist noch so lange hell, bis dahin finde ich den locker! Ich geh einfach malk in eine Richtung, die mir richtig erscheint..."
In einer kleinen Seitenstrasse und mit einem ersten Eindruck der Stadt, frage ich dann einige Jugendliche, ob sie einen Karim kennen, der surft und hier irgendwo wohnen soll!? Etwas irritiert und unglaeubig betrachten die fuenf Jungs den Fremden, der mit Rucksack und Surfbrett, schwitzend und planlos in ihrer Mitte steht und gerade nach einem Karim aus Safi gefragt hat -alle die in Deutschland Christoph heissen, tragen hier den Namen Karim!
Nach kurzer Beratung nimmt mich einer von den fuenf einfach auf seinem Mofa mit und bringt mich zu einem Surfshop. Dort begruesst mich der Besitzer und fragt mich, wen ich genau suche. Auch ihm sage ich, dass ich nach einem Surfer namens Karim suche. Eine kurze Weile spaeter schickt er einen seiner Kumpels, die vor dem Shop rumlungern los.
Im naechsten Augenblick kommt ein strahlender Karim um die Ecke, der nur ueber den Felix Wind davon bekommen hat, dass ihn jemand besuchen kommt!
Im Nachhinein unfassbar und ziemlich gluecklich gelaufen. Aber solche Dinge passieren eben, wenn man sie passieren laesst! Hier sagt man zu sowas: "Inch Allah"...
Nun bin ich bereits den dritten Tag hier und habe noch keinen Surf gesehen. Ich ertappe mich deshalb immer wieder dabei, dass ich mich frage, warum ich Tamraght eigentlich verlassen habe.
Aber dann denke ich mir: schade dass du keinen Surf hast, aber so lernst du Marokko von seiner wahren Seite kennen! Untergebracht bei Karim im Haus. Einfach, natuerlich, minimalistisch und ein wenig aermlich, sind die Verhaeltnisse, in denen die Familien hier leben. Auf engstem Raum zusammen, zu fuenft, zu sechst, zu siebt...mit einem Klo, dass gleichzeitig als Dusche funktioniert, nur kaltem Wasser! Sehr unverwoehnt alles!
Aber sie lachen, leben und sind soweit ich das beurteilen glueklich und ueber allem unvorstellbar gastfreundlich...
ça c'est le maroc!

Aloah Henner

Tuesday, October 17, 2006

Encore un mois


Mehr als eine Woche ist nun bereits vergangen, seit ich meine markanten Fuesse auf marokkanischen Boden gesetzt habe. Mittlerweile fuehle ich mich richtig wohl in Taghazout und den Wellen rundherum. Nicht zuletzt aus diesem Grund -und weil der so oft gepriesene Swell heute hier angekommen ist und mir den bisher sickest-wickedsten Surf beschert hat- habe ich heute beschlossen noch drei bis vier weitere Tage hier zu verbringen! Denn was waere ich fuer ein Surf-Banause, wenn der Swell kommt und ich gehe -es gibt hier keine Fragezeichen!-. Geht also garnicht. Und ich habe ja noch einen ganzen Monat Zeit!
Allerdings werde ich mein heiss geliebtes Bungalow, das auf einem Huegel nicht weit von Taghazout ueber dasselbe wacht, verlassen und in einen 2km entfernten Ort namens Tamrhakt ziehen, bevor ich dann weiter nach Safi ziehe. Ganz einfach aus dem Grund, dass man sich auf einem Berg zwischen sieben leerstehenden weiteren Bungalows, am Rand eines Ortes, nicht nur am Abend ein wenig einsam fuehlt, sondern auch in der Nacht -sowieso- und am Morgen! Klingt einleuchtend -Frage-. Finde ich auch! Noch dazu kann ich trotz des kleinen Umzugs dieselben guten Wellen fahren, solange es welche hat!
Damit nicht genug: In meiner neuen Bleibe -dem Camp von Karim, dem local hero hier- hause ich wie ein Koenig und bezahle dabei weniger als auf meinem schoenen, aber einsamen Berg. Eine runde Sache also!


Heute war mit Abstand der schoenste aller bisherigen Tage! Sowohl das Watter, als auch die Wellen haben sich an diesem wunderbaren Tag, der etwas holperig mit drei Stunden Wartezeit auf meinem Berg begonnen hat, von ihrer besten Seite gezeigt.
Zuvor:Um eine Stunde verspaetetes Fruestueck, das Wasser laeuft den ganzen Tag nicht, ich warte insgesamt ca. fuenf Stunden -ungelogen- auf Youness -allein und auf dem Berg-, habe waehrenddessen kein Klopapier, die Spuelung funktioniert nicht, da Telefon auch nicht. Ich halte aus, beginne nicht mich aufzuregen, obwohl wir nach Youness' Ankunft noch ca. eine weitere Stunde in der Weltgeschichte rumfahren und Karim suchen, dann holen sich seine Jungs noch was zum essen, essen es natuerlich vorort und ich komme erst um 15:00 ans Wasser. Aufgestanden bin ich um ungefaehr sieben Uhr...
Und dann: Perfekt! Am Devil's Rock schaelt sich eine makellose, ca. 2m grosse, hohle, kraftvolle Linke das Riff entlang und scheint damit garnicht mehr aufhoeren zu wollen! Très biens!
Ich lerne und bin eifrig am surfen, sodass ich nach noch einem ganzen Monat Marokko fuer alle anstehenden Surf-Abenteuer gut geruestet sein sollte! Wie schoen der Tag heute war belegt der Hoehepunkt des ganzen Schauspiels, bevor der 'Vorhang' fiel und die Einheimischen zum wohlverdienten Essen gingen -die letzte Woche des Ramadan ist angebrochen-!

In sich ein gelungener Tag: was zeigt, nicht alles, was schlecht beginnt muss auch so enden...Der Schluessel zum brillianten Ende des Tages war heute, wie so oft: Gelassenheit und Geduld! Ok. Ich darf den Porno-Surf nicht unterschlagen; und der war wirklich die ein oder andere Zensur wert! Aber der kam erst nach all den Strapazen und Pruefungen fuer Koerper, Geist und Seele!
Mit diesen Worten verabschiede ich euch bis zum naechsten Mal! Beste gestokete Gruesse aus dem sonnigen Afrika und eine schoene und geruhsame Woche wuensche ich euch!
Thanks for tuning in!
Aloah Henner

Friday, October 13, 2006

Bonjour aus Marokko



Gerade noch in Deutschland, sitze ich jetzt bereits in einem von drei Cyber Cafes in Taghazout und suche die richtigen Tasten. Lange habe ich auf den Start meiner Reise gewartet und hingefiebert und ploetzlich bin ich mittendrin in meiner selbstgebastelten, total geilen Surf-Reise, von der knapp zwei Monate Marokko nur den Anfang darstellen: total crazy!
Allerdings bin ich angekommen in einer Welt, in die ich mich ersteinmal einleben muss, nachdem ich in Agadir gelandet bin. Ich hatte nie erwartet, dass der Beginn meiner Reise und vor allem der Abschied von zuhause so schwer fallen wuerde. Aber ich muss gestehen, dass ich die ersten zwei Tage Schwierigkeiten hatte loszulassen. Von daheim, von Familie, von Freunden und vor allem von Niki!
Mittlerweile bin ich groesstenteils in meinem `neuen Leben` angekommen und habe mich in Taghazout eingelebt und eingesurft! Ich realisiere jedoch nur ganz allmaelich, dass mein Leben auf diese Art und Weise fast ein Jahr weitergeht. Das ist schon ein Hammer!
All diejenigen, die bereits ein halbes oder ein Jahr reisen waren, kennen diese immer kurz wiederkehrenden Flashs des Bewusstwerdens!
Natuerlich denkt man hier und da mal an zuhause; aber im Prinzip ist auf so einem Traum-Trip kein Platz fuer Schwermut und Traurigkeit! Im Gegenteil: deshalb genug davon...

Taghazout ist ein malerisches, marokkanisches Berberdorf, das sich an den Atlantik anschmiegt, als waeren die beiden frisch verliebt. Hier hetzt niemand! Man nimmt sich fuer alles soviel Zeit, wie man meint.
Die Spot-Dichte in diesem Teil Marokkos ist enorm: Hier zwaengen sich fuenf pointbraeks und vier beachbreaks auf ca. 20km Kueste zusammen. Nicht allein deshalb bin ich in drei Tagen bereits vier verschiedene Spots gesurft: Tamri; Devil's Rock; Banana Beach; und heute Mysteries!
So langsam aber sicher verstehe ich mich mit meinem neuen Brett auch, sodass wir morgen (wenn der Swell da ist und der wird kommen!) Anka Point surfen koennen! Jeehh...
Meine Tage beginnen hier erst mit Energie tanken im morgedlichen silbernen Sonnenschein vor meinem Bungalow. Anschliessend bringt Youness (der Campleiter, der die Gelassenheit erfunden hat - Wahnsinn( das Fruestueck, bevor es je nach Welle und Wind zum geeigneten Spot geht. Dann surfen, surfen, surfen bevor es zurueck ins urchillige Camp geht, zum duschen - kalt! Meistens gehen wir -ein Schweizer Paar und ich- dann im Ort koeniglich speisen fuer umgerechnet 5 Euro. Schlafen.

Heute kocht Youness CousCous, weil die Schweizer morgen abreisen. Dann bin ich ganz allein im Camp. Aber dort sollte ich mich sowieso nicht lange aufhalten, wenn die Tage nach Plan laufen.
Nach den sieben Tagen im Camp in Taghazout werde ich wahrscheinlich Rabi -ein junger Marokkaner, dessen Eltern nach Frankreich ausgewandert und anschliessend nach Deutschland gezogen sind- den ich im Flugzeug kennen gelernt habe, in Safi besuchen! -krasser Satz-
Jetzt wird zum fuenften Mal am heutigen Tag zum Gebet gerufen; d.h. jetzt gibts Essen!
Also muss ich...Essen!
Bis demnaechst & schoene sonnige und warme Gruesse nach Deutschland!
Aloah Henner