Friday, October 13, 2006

Bonjour aus Marokko



Gerade noch in Deutschland, sitze ich jetzt bereits in einem von drei Cyber Cafes in Taghazout und suche die richtigen Tasten. Lange habe ich auf den Start meiner Reise gewartet und hingefiebert und ploetzlich bin ich mittendrin in meiner selbstgebastelten, total geilen Surf-Reise, von der knapp zwei Monate Marokko nur den Anfang darstellen: total crazy!
Allerdings bin ich angekommen in einer Welt, in die ich mich ersteinmal einleben muss, nachdem ich in Agadir gelandet bin. Ich hatte nie erwartet, dass der Beginn meiner Reise und vor allem der Abschied von zuhause so schwer fallen wuerde. Aber ich muss gestehen, dass ich die ersten zwei Tage Schwierigkeiten hatte loszulassen. Von daheim, von Familie, von Freunden und vor allem von Niki!
Mittlerweile bin ich groesstenteils in meinem `neuen Leben` angekommen und habe mich in Taghazout eingelebt und eingesurft! Ich realisiere jedoch nur ganz allmaelich, dass mein Leben auf diese Art und Weise fast ein Jahr weitergeht. Das ist schon ein Hammer!
All diejenigen, die bereits ein halbes oder ein Jahr reisen waren, kennen diese immer kurz wiederkehrenden Flashs des Bewusstwerdens!
Natuerlich denkt man hier und da mal an zuhause; aber im Prinzip ist auf so einem Traum-Trip kein Platz fuer Schwermut und Traurigkeit! Im Gegenteil: deshalb genug davon...

Taghazout ist ein malerisches, marokkanisches Berberdorf, das sich an den Atlantik anschmiegt, als waeren die beiden frisch verliebt. Hier hetzt niemand! Man nimmt sich fuer alles soviel Zeit, wie man meint.
Die Spot-Dichte in diesem Teil Marokkos ist enorm: Hier zwaengen sich fuenf pointbraeks und vier beachbreaks auf ca. 20km Kueste zusammen. Nicht allein deshalb bin ich in drei Tagen bereits vier verschiedene Spots gesurft: Tamri; Devil's Rock; Banana Beach; und heute Mysteries!
So langsam aber sicher verstehe ich mich mit meinem neuen Brett auch, sodass wir morgen (wenn der Swell da ist und der wird kommen!) Anka Point surfen koennen! Jeehh...
Meine Tage beginnen hier erst mit Energie tanken im morgedlichen silbernen Sonnenschein vor meinem Bungalow. Anschliessend bringt Youness (der Campleiter, der die Gelassenheit erfunden hat - Wahnsinn( das Fruestueck, bevor es je nach Welle und Wind zum geeigneten Spot geht. Dann surfen, surfen, surfen bevor es zurueck ins urchillige Camp geht, zum duschen - kalt! Meistens gehen wir -ein Schweizer Paar und ich- dann im Ort koeniglich speisen fuer umgerechnet 5 Euro. Schlafen.

Heute kocht Youness CousCous, weil die Schweizer morgen abreisen. Dann bin ich ganz allein im Camp. Aber dort sollte ich mich sowieso nicht lange aufhalten, wenn die Tage nach Plan laufen.
Nach den sieben Tagen im Camp in Taghazout werde ich wahrscheinlich Rabi -ein junger Marokkaner, dessen Eltern nach Frankreich ausgewandert und anschliessend nach Deutschland gezogen sind- den ich im Flugzeug kennen gelernt habe, in Safi besuchen! -krasser Satz-
Jetzt wird zum fuenften Mal am heutigen Tag zum Gebet gerufen; d.h. jetzt gibts Essen!
Also muss ich...Essen!
Bis demnaechst & schoene sonnige und warme Gruesse nach Deutschland!
Aloah Henner

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