El Salvador - El Dorado!?
"Dream on dreamer...la...la...la...lala..."Ein Ohrwurm, der sich in meinen nunmehr regelmaessig vom salzhaltigen Meerwasser durchspuelten Gehoergaengen haelt, wie das schlechte Image El Salvadors...zu Unrecht! - Das Image meine ich natuerlich, der Song ist klasse und passt ganz gut zu meiner derzeitigen Lebenssituation!
Nachdem ich Guatemala mittels shuttle vor nun 10 Tagen verlassen habe, muss ich die in El Salvador erlebten und gesurften `Erfahrungen´, schon wieder Erinnerung "schimpfen" ("preisen" waere treffender), als ich bereits jetzt in Nicaraguas "Antigua", "Léon", sitze und auf die Ankunft meiner Seele warte, nachdem wir in nur 15h drei Laender - El Salvador, Honduras und Nicaragua - passiert haben, um in einigen Tagen erneut den Freuden am Pazifik zu froenen!?¡¿
Aber wer ist wir? Und warum diese Hektik!? Berechtigte Fragen, aber keine Sorge: meine Persoenlichkeit ist weder gespalten, noch habe ich mir einen imaginaeren Freund erschaffen um zu erfahren, wie es ist zu mehreren zu reisen...
"Entonces"...eins nach dem anderen!
Die Reise von Guatemala aus ins benachbarte, ungleich winzige, aber dafuer atemberaubend schoene El Salvador brachte bereits eine der antizipierten kleinen Freuden, die das neue Jahr fuer mich bereit hallten sollte...Voller Vorfreude, sitze ich auf der Rueckbank des Shuttles, welches sich um 6:00 aufmacht, seine Insassen vom hochgelegenen Antigua, in nur vier Stunden an die "Costa Bálsamo", die oestliche Pazifikkueste El Salvadors, zu bringen.
Waehrend ich mich also ein (vorerst) letztes Mal die Vulkane Guatemalas hinab in Richtung "Nullpunkt" schlaengele, weicht die Dunkelheit der Nacht langsam der Daemmerung. Ich nehme eine Welt aus Schatten und immer schaerfer werdenden Konturen wahr. Langsam, aber bestaendig und unaufhaltsam, schiebt sich die immer goldener werdende Sonne den Horizont hinauf, um aus dem Sichtschatten des riesigen "Volcan Acatenangos" hervorzukommen, und erstes, weiches, rosa-roetlich gefaerbtes Licht in die verschlafene, Welt zu senden und einen neuen Tag anzukuendigen...
Einige sprachlose Sekunden spaeter erscheint die ehemals fuer das Auge undurchdringliche Schattenwelt des Dschungels, welcher sich im Vordergrund des Vulkans scheinbar endlos weit ins Landesinnere erstreckt, in einem sanften orange-gelben, stets staerker werdenden Licht. Im Hintergrund wacht der nun hell erleuchtete Vulkan majestaetisch ueber das liebevolle Spiel zwischen Licht und Schatten, die sich mittlerweile mehr als nahe kommen, bis sie miteinander verschmelzen, um dem Auge des Betrachters ein wundervoll gezeichnetes Muster aus langgezogenen, grau-schwarzen Schatten und gueldenen Lichtkegeln, welche sich ihren Weg durch die zahllosen scharfen Konturen, grosser wie kleiner Bananenbaeume, Kokospalmen und Farne bahnen, zu praesentieren.
Die Feuchtigkeit der vergangenen Nacht verdunstst zunehmend unter dem staerker werdenden Sonnenlicht und beginnt nun gasfoermig in Gestalt grau-blauen Dunstes, die gruener werdende Dschungelwelt in Richtung des hellblauen Himmels darueber zu verlassen...
Waehrend der naechsten Minuten verleihen die Zuckerrohrfelder, Wiesen, Bananen-Plantagen und Plamenlandschaften ihrem Erwachen durch immer intensivere Farben und Gerueche Ausdruck und beginnen sich kontrastreicher von den zahlreichen dunkelgruen bis braunen Vulkanen im Hintergrund, sowie dem unverschaemt blauen Himmel abzugrenzen.Um bei all dieser offensichtlichen, natuerlichen Schoenheit nicht in Vergessenheit zu geraten, spuckt der "Volcan de Fuego" zum Trotz eine riesengrosse Wolke aus brauenlicher Asche in den Himmel um sich anschliessend von den fuersorglich, liebevoll-weichen Strahlen der nun hoch am Himmel stehenden Sonne, besaenftigen zu lassen.
Zwei gute Stunde nach diesem bildschoenen Sonnenaufgang finden wir uns, bereits einige Kilometer von der Grenze zu Guatemala entfernt, auf dem "Car el Pacifico" wieder, der sich in riesigen Kurven die Costa Bálsamo entlangschlaengelt und einen hier und dort immer Mal wieder, den riesigen, tiefblauen, endlosen Pazifik -"Ort aller Lusterfuellung" fuer die naechsten Monate - erhaschen laesst, bevor man ein weiteres Mal in irgendeinen der vielen Tunnel abtaucht, um am Ende eines jeden von unzaehligen, ungekannten Gruentoenen ueberrascht zu werden, die einem sagen: "Du bist in den Tropen Mann" - Correcto!
Angekommen, in "El Tunco", einem surfverrueckten, kleinen Ort nicht weit entfernt von der Stadt "La Libertad" (hier befindet sich der potenziell beste rechte Pointbreak des Landes: "Punta Roca"), sollte mich das Glueck einen Freund nennen...Nach der Einquartierung in "Papaya's Lodge" (absolutes Muss - great place!), den ersten Orientierungs- und Spotcheckspaziergaengen (links vom "rio el tunco", El Salvadors bester linker Pointbreak, "La Bocana"; rechts vom Fluss der laengste rechte Point des Landes!!) und einem traditionellen Fruehstueck an der Wasserkante (platanos, crema, queso, frijoles und tortillas), treffe ich zwei Israelis!
...der Rest ist Geschichte und zu perfekt, um wahr zu sein!Wir unterhielten uns einige Stunden - Wellen gab es an diesem Tag keine- und sahen ein, dass unsere Reiseplaene mehr oder weniger uebereinstimmen!
Die Jungs waren anfangs zu viert in Kalifornien gestartet, haben dort einen riesen Truck erstanden, Boards gekauft und ab gings die Kueste runter, bis...eben hier: El Salvador. Zwei von ihnen haben dann entscheiden, nach Suedamerika zu reisen, die zwei "Uebriggebliebenen" (Gal und Eres) wollten nichtsdestotrotz ihren Plan (weiter bis nach Costa Rica, um dort den Truck zu verkaufen) in die Tat umsetzen.
Darueberhinaus haben wir uns von Anfang an brilliant verstanden.
Da mein Plan weder ein "wann wo", noch ein "wie", sondern lediglich ein "bis dann" beinhaltet und meine Reise dem Swell, Zufaellen, Umstaenden, Gelegenheiten, meinem "gusto" und sonst relativ wenig folgt, habe ich ihrer Einladung, sie ab sofort in ihrem Truck zu begleiten in meinem Kopf bereits zugestimmt, bevor Gal mich gefragt hat...Logo!!Zwei Tage spaeter ist einer der anfags vier Jungs (Ran) zurueckgekommen, da er sich umentschieden hatte und surfhungriger war, als er dachte! Aus eins mach vier...
Es bedurfte anfangs natuerlich einigen adjustments (einige Woerter fehlen mir mittlerweile im Deutschen...), nachdem ich so lange mehr oder weniger allein unterwegs war, fortan Tage mit anderen zu besprechen, zu... nicht planen, das machen wir hier nicht, aber bereden und alle Interessen zu beruecksichtigen, bevor man Entschidungen bezueglich Essen, Surfen usw. trifft, aber hey...ueber was reden wir hier!? Sind das Luxus-Probleme, oder was!? Natuerlich...
Was haette mir besseres passieren koennen...nada! Es ist unfassbar und besser einfach nur zu geniessen, als grossartig zu fragen, wie man so viel Glueck auf einmal haben kann! Also mache ich einfach dort weiter, wo ich am 10. Oktober 2006 angefangen habe: ich geniesse!

Nicht zuletzt, weil wir seither unfassbar colle Tage miteinander in El Tunco und La Libertad verbracht haben, einige coole Surf-Sessions an beinahe jedem Spot der Costa Bálsamo zusammen mit drei locals und einem professionellen Fotografen in allerdings weniger professionellen Wellen hatten, gekocht und gespeisst haben wie die Koenige, einen WE-Trip in El Salvadors Hauptstadt, San Salvador, unternommen und schlicht und einfach eine gute Zeit miteinander hatten, fiel die sehr spontane und fuer Surfer ueberaus plausibele Entscheidung aus Swellmangel weiterzureisen nicht allzu schwer.

Nachdem wir uns dazu entschieden hatten, ging alles andere ganz schnell und next thing you know: du sitzt in einer Stadt in Nicaragua und ueberlegst, wo du ob der Swellsituation als naechstes hinreisen wirst!?
Hierbei habe ich allerdings unterschlagen, dass Grenzuebergaenge in diesen Laendern eigene ungeschriebene Gesetze haben, daher nicht ganz so einfach und fix zu machen sind, jeder inoffizielle Offiezielle eine andere Wahrheit spricht und am Ende beinahe jeder bezahlt, niemand zufrieden und eigentlich keiner einen Plan hat, was dazu fuehrt, dass die zwei Grenzuebertritte (El Salvador - Honduras und Honduras - Nicaragua) laenger dauern, als das Zuruecklegen der eigentlichen Wegstrecke...
Klingt komisch, ist aber so und auf alle Faelle eine Erfahrung wert. Das Problem an der Sache war nur, dass wir die Grenze zu Nicaragua erst um 23:00 statt um 19:00 passierten und zum Weiterfahren nicht laenger im Stande waren. Plan: Schlafen...ein einfacher Plan, dessen Realisierung ungleich schwieriger ist, wenn man beruecksichtigt, dass es Nacht ist in Nicaragua....
Am Ende haben wir die Nacht mehr oder weniger schlafend (die Mosquitos haben mich besiegt und mir einige Liter an Blut abgenommen...) teils im Auto, teils im Zelt am Strassenrand auf einem "bewachten" Schotterplatz verbracht!
Nun sind wir hier (wir sind Ran, Eres und ich - Gal hat sich im Auto, waehrend der Fahrt durch Honduras entschieden Tachen zu wollen und sich auskippen lassen...der Typ) in Léon und planen den naechsten Schritt, der undefinierter zuy diesem Zeitounkt nicht sein koennte! Aber wie gesagt: Wer wann, mit wem, warum, und wie, fuer wie lang wo sein wird steht in den Sternen...

Fest steht: ich bin surfender Hedonist und werde in Kuerze wieder die unmittelbare Naehe zum heissgeliebten Ozean suchen und meiner Lust froenen, wie sich das gehoert - die einzige Frage ist, ob im Pazifik, oder im Atlantik!? Eine schwierige Entscheidung, die wunderbar ist, wenn man die Gelegenheit hat, sie zu treffen...
...and then there was surfing...
Aloha Henner =)

0 Comments:
Post a Comment
<< Home