Tuesday, January 30, 2007

Hasta luego Nicaragua


Ein weiteres Mal hat mich der pure Aktionismus ueberkommen und mich dazu getrieben auch der Kueste Nicaraguas frueher als zunaechst angenommen den Ruecken zu kehren.
Nur eine Woche nach unserem fluchtartigen Aufbrechen aus El Salvador, fand ich mich ploetzlich wieder "alleine", in einer Haengematte liegend, im "Tranquilo Backpackers" Hostel in San José, Costa Rica wieder. Wie war ich so schnell dorthin gekommen!?
Ich sollte aufhoeren zu konsumieren...! (Wellen und so...)
Sollte ich nicht eigentlich die unzaehligen erstklassigen Breaks Nicaraguas rauf und runter surfen, bevor ich einen Fuss rueber ins ungleich teurere wie populaere Costa Rica setze?! Und abgesehen davon: warum in aller Welt liege ich in einer Haengematte in Downtown San José, anstatt direkt an der Wasserkante, jederzeit bereit, direkt ins Line-Up zu fallen, sollten die Wellen es nicht anders erlauben?!
Es scheint wie ein Déja-vu, nur das "Léon" jetzt "San José", "Nicaragua" "Costa Rica" und "wir"nun wieder "ich" heissen. Ein Fehler in der Matrix...Ooooohhhhh, ich habe gehoert, das verheisst nichts gutes...

Keine Panik! Alles gut. Der "Fehler" in der Matrix und somit das Deja-vu stellten sich mit meiner Ankunft an der Karibik-Seite Costa Ricas, lediglich als Umprogrammierungen im System "Surf soviel du kannst Mann!" heraus.
Darf ich mich vorstellen: ich bin der Architekt! Ich habe spontan die ein oder andere Aenderung im "Surfariprogramm" vorgenommen, um in Zukunft den potenziell konstantesten und bestmoeglichen Surf fuer Neo -ooops, einen Moment...hier- Henner zu gewaehrleisten und somit auf einige Unzulaenglichkeiten bezueglich der Swellkonstanz des pazifischen Ozeans reagiert. Hierbei ist es nuetzlich zu wissen, dass die Swellsaison im Pazifik erst Ende Maerz, bis einschliesslich Oktober losgeht, waehrend die Karibik ihren Zenith zwischen Dezember und Maerz erreicht! Also genau jetzt!
"Uuund Cut..."

Zwei chillige Tage in der alten Stadt "Léon", im Norden des flaechenmaessig groessten Landes Mittelamerikas mit meinen israelischen Freunden und die anschliessenden fuenf verrueckten und mehr oder weniger surfreichen, aber "kleinen" Tage, die ich wieder "solo" in San Juan Del Sur, im Sueden,verbrachte, reichten aus um einen ersten Gesamteindruck dieses Landes und dessen Surfspots zu bekommen!
Der Sueden des Landes haelt eine Unmenge an Beach- und Reefbreaks bereit, die allerdings groesstenteils schwierig zu erreichen sind. Nichtsdestotrotz kann man einige der besten Beachbreaks um "San Juan del Sur"(die meisten von ihnen secret spots, an denen ich mit einem der unheimlich freundlichen locals zwei Tage lang surfen war) per 4x4 oder zu Fuss erreichen! (mit der Zeit im Gepaeck!) Ein riesen Bonus, den Nicaraguas Pazifikkueste geniesst, ist der staendige Offshore! Hier blaest der Wind auf Grund des riesigen "Lago de Nicaragua's" -welcher sich von der Mitte des Landes aus, bis kurz vor die Grenze zu Costa Rica erstreckt- 340 Tage im Jahr vom Land aufs Meer und bringt die Wellen weiss zum bluten! Barrels, barrels, barrels....selbst bei 2 Fuss Welle ein perfekter shape!
Mit dem Vorhaben Mitte April eventuell zurueckzukehren, um vor allem die vorzueglichen Wellen "Popoyos" und rund um "San Juan del Sur" at its best zu erleben entschied ich mich die Zeit bis dahin an Costa Ricas, zu diesem Zeitpunkt konstanterer, Karibikkueste zu "ueberbruecken".


Was heisst "ueberbruecken"!? Zelebrieren sollte ich sagen, bei dem was mich dort erwarten sollte...



Nach meiner Ankunft in "Puerto Viejo", am spaeten Nachmittag des 23. Januars 2007 galt es nach sechsstuendiger Busfahrt nur sich zunaechst im "Rocking Js" (ein Hostel, dass seinem Namen alle Ehre bereitet und mir von Daniel und Grischa quasi "befohlen" wurde - thanks dudes: good choice!) einzurichten und anschliessend die ersten Erkundungsspaziergaenge zu unternehmen, bevor sich die Sonne spektakulaer (bereits gegen 18:00 hier) am Horizont verabschiedete und aller Weitsicht & Erkundung ein jehes Ende bereitete.
Den Vibe in diesem "jamaicaesquen", "bobmarleyischen" Ort zu beschreiben ist unmoeglich und wird daher nicht versucht - you only know, when you go!
Nach zwei surflosen, kilometerreichen Tagen kroch ich die naechsten drei Morgende jeweils um 5:30 aus meinem klammen Zelt (6$/Nacht) um ja der erste im Line-up zu sein! Immer wieder ein magischer Moment, der einem mehr Befriedigung zu geben scheint, als......ein Spaziergang im Park...
Ein undefiniertes Piepen reisst mich aus meinen Traeumen und versetzt mich schlagartig zurueck in die Realitaet - mehr oder weniger real, weil doch traumhaft und irreal, aber whatever - reisst mich auf alle Faelle aus dem Schlaf.
Mein Wecker leutet zum morgendlichen Frohlocken im pisswarmen Nass...der 27 Grad warmen Karibik! Boardies all day! Da faellt das Aufstehen nicht schwer! Ich reibe mir den Schlaf aus den Augen, krame nach meiner Zahnbuerste und reinige unbeholfen und schlaftrunken meine Zahnreihen - die erste koordinative Aufgabe des Tages ist bewaeltigt...jetzt nur noch das Brett waxen, Sunscreen ins Gesicht und los gehts!

Auf meinem Weg des Erwachens stolpere ich mit Brett unterm Arm ca 1km durch den "Dschungel"und nehme die witzigsten & einzigartigsten Geraeusche & Gerueche wahr, bis ich aus dem feuchten, camouflagefarbenen Meer aus Flora und Fauna heraustrete und meine Fuesse in den goldgelben Sand des "Playa Cocles" setze! Der Sand zwischen meinen schlammverschmierten Fuessen fuehlt sich kuehl und nass an. Die Luft, die ich atme ist angenehm warm und feucht vom tropischen Regen der vergangenen Nacht.
Jetzt nur noch einige Meter den Strand hinauf, bis zum besten Peak. Was fuer ein Morgen denke ich mir, als ich mich langsam zu beiden Seiten umdrehe und ausser einer Schildkroete, die sich ihren muehsamen Weg vom Rande des von Palmen gesaeumten "Dschungels", den schmalen Sandstrand hinab, in Richtung tuerkisblauen Ozean bahnt, keine Menschenseele erblicke..."Perfecto!"


Eine leichte Offshore-Brise weht vom tropischen Regenwald her hinaus aufs Meer, den anrollenden Sets entgegen und formt jede einzelne Welle bis hin zur Perfektion. (Ich bemuhe mich nicht zu sabbern.)
Waehrend ich meinen nassen Rashguard ueberstreife suche ich mir eine nette, lange und schoen gleichmaessig zur Seite brechende, hohle Rechte aus, die mich in der Folge gluecklich machen soll! In Sets zu drei bis fuenf Wellen rollen diese Prachtexemplare mir in periodischem Abstand, gruenlich-blau strahlend entgegen und scheinen sich anschliessend gegenseitig in ihrer einmaligen Eleganz uebertreffen zu wollen. Beinahe vergesse ich vor lauter Vorfreude, auf bevorstehende, ungestoerte Selbstbefriedigung, mir die Leash um den linken Fuss zu schnallen...Sekunden spaeter sitze ich mutterseelenallein im voellig leeren, unberuehrten Line-Up und kann mein Glueck nicht fassen. Fuer die folgenden fuenf Stunden existiert nichts, ausser den Wellen, der Natur, meinem Brett und mir.
Man kann es nennen, wie man will: koerperliche Ertuechtigung, Natursport, Meditation, Selbstbefriedigung, Transzendens...all das ist eins in diesem fluechtigen Moment des Gluecks!

Als sich um ca. 11:00 der erste Surfer neben mich ins Line-Up setzt, entscheide ich reichlich erschoepft - verstaendlich, wenn man bedenkt, dass ich gerade quasi 5½h am Stueck masturbiert habe- dass es mir zu voll wird (?!) und ich lieber meinen 10-minuetigen Regenwaldspaziergang zurueck ins Hostel antrete um mir ein riesiges, wohlverdientes Fruehstueck schmecken zu lassen, welches ich anschliessend in der Haengematte liegend, lesenderweise verdauen werde!
Spaeter, steht dann nur noch eine Abendsession auf dem Plan und ein weiters Mal Speisen.

So ist das hier - jeden Tag, over and over again! It doesn't get any better than that?!
Ich beschwere mich ja auch nicht! "Es La Pura Vida!"



Seit ca. zwei Wochen bin ich bei meinen Morgensessions nicht mehr allein und auch nicht mehr am Playa Cocles spielen, sondern wecke meine zwei australischen amigos, Paul und Blake, sowie den Sylter Veit, puenktlich zum Sonnenaufgang, damit wir dann gemeinsam, schlaftrunken durch die Waelder irren um ca fuer 2h "all on our own" Puerto Viejos beruehmte "Salsa Brava" zu surfen!

Eine Welle, die das ein oder andere Brett bereits auf dem Gewissen hat und auch mit Einladungen zum Grund des nicht unscharfen Riffs darunter, nicht ziemperlich ist! Bis dato mit grossem Abstand die kraftvollste und anspruchsvollste Welle meiner Reise, die mir hier und da schon ordentlich den Arsch versohlt hat und mir Naturtattoos for free verpasst...
Mann, Mann, Mann...Aber es muss nicht immer lustig sein, um Spass zu machen!



...and then there was surfing...



Enjoy your Lives =)
Aloha Henner

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