Merci Maroc!
Den Sonnenuntergang habe ich hinter mir! Ein Augenblick, der immer ein wenig Wehmut in mir weckt. Wahrscheinlich auch, da ich mich so langsam aber sicher von Marokko verabschieden muss. Denn kommenden Mittwoch (14.11.06) mache ich mich auf zu neuen Ufern. Den Kuesten von Lanzarote und Fuerteventura!Aber Langsam...noch geniesse ich dich, Marokko!
In den Wochen seit meinem letzten Eintrag habe ich viele verschiedene und interessante Menschen kennengelernt und die unterschiedlichsten Gespraeche gefuehrt, die alle einen eigenen Eindruck bei mir hinterlassen haben! Aber so unterschiedlich die Charaktere, ihre Hintergruende, Lebensabschnitte, Auffasungen und Eindruecke auch seien moegen, so aehnlich sind die Gedanken und Gefuehle der einzelnen Personen am Ende eines intensiv -auf drei oder vier Sprachen gefuehrten- Gespraeches!
Es ist wirklich erstaunlich, dass ein 38-jaehriger, lediger, hagerer Franzose, der mit Surfen garnichts am Hut hat und ein 20-jaehriger "heissbluetiger deutschsprachiger Reissporn", der alles moegliche und nichts -aber vor allem Moeglichen, das Surfen im Kopf hat- , miteinnander stundenlang auf drei verschiedenen Sprachen miteinander reden koennen, ohne dass Einem der Beiden langweilig wird! Und das Beste ist, die Beiden finden dabei auch immer wieder Gemeinsamkeiten......38 und 20!? Franzoesisch - Deutsch!? Schwul - hoechstwahrscheinlich nicht schwul!?...
Und dies ist nur einer von insgesamt -glaube ich- 10 der unterschiedlichsten Arten der Kategorie homo sapiens sapiens, die sich derzeit auf diesem Planeten finden, mit denen ich stundenlang ueber Gott und die Welt (und manchmal andere Welten -ich bin in Marokko...- gecheckt...;) geredet habe!

Einfach einmalige und unfassbare Erfahrungen, die ich in Deutschland glaube ich nicht machen werde! Ausser ich setze mich demnaechst mal -nach meiner Rueckkehr versteht sich- in einem Cafe an einen Tisch, an dem ein 32-jaehriges franzoesisches, wildfremdes Paar mit ihrem 3 Jahre alten Kind sitzt und frage sie, was die denn so machen und ob wir uns demnaechst mal ne Cola kaufen gehen...oder so!? Crazy...
Abgesehen von dieser Art von akustischem und bi- oder trilingualem Abenteuer, habe ich hier seither die Natur genossen! Allerdings nicht in Form perfekter, gleichmaessig brechender, hohler, steiler und konstant anrollender Wellen! Die gibt es hier naemlich seit sieben Tagen nicht mehr...und die Wetterkarten und Forecasts versprechen bis zu meiner Abreise leider keinerlei Besserung! Schon bitter!

Aber Marco, der 33-jaehrige italienische Soul-Surfer mit dem ich mir hier in Taghazout -seit meiner Ankunft aus dem suedlicheren Mirleft: ein wunderschoener Ort!-, dass Zimmer und die gemeinsame Zeit geteilt habe, und ich, haben im Laufe dieser unschoenen Entwicklung gelernt auch damit umzugehen! Statt voellig gestoked in eine Barrel nach der anderen zu ziehen, haben wir unsere Wellenreiter im Hotel gelassen und sind -wie man das in einem kristallklaren See (kein Scheiss:"See"!!) so macht-, schwimmen gegangen und haben am Strand mit herrenlosen Hunden gespielt! Wir haben versucht uns die Zeit zum Freund zu machen und waren nach anfaenglichen Schwierigkeiten, sehr erfolgreich in unserem Vorhaben! Aus Erfahrung kann ich also sagen: "Die Zeit -wie uebrigends die Welt auch- ist ein guter und treuer Freund! Die beiden begleiten uns ueberall hin..."
Nun ist Marco zurueck nach Italien gereist und surft hoffentlich dort die ein oder andere Welle!? Hier findet surfen in den naechsten Wochen jedenfalls nicht statt! "Flat-Spell" nennt man sowas im Fachjargon. Vielleicht definiert sich dieser Begriff gerade im Zeitalter des globalen Klimawandels auch neu!? Warum er das allerdings in meiner Gegenwart tun muss, weiss ich nicht genau...
Ich befuerchte jedoch, dass die ersten Surfbilder meiner Marokkoreise auch die letzten waren! "Domage!"
Folglich werde ich mich also auch die naechsten Tage an den kleinen, (wenn man sie wahrnimmt) wunderschoenen Dinge des Lebens hier in staendiger Begleitung von Sonne, Strand und Ozean, erfreuen!Auf diese Weise werde ich ganz allmaelich Abschied von diesem wirklich interessanten und, auf eigene Weise, schoenen Land, Marokko, nehmen! Die Vorbereitungen auf mein naechstes Ziel, die Kanaren, beginnen in den kommenden Tagen!
Ich sage "Danke" Marokko fuer die vielen schoenen Erlebnisse und Eindruecke, die du mir gewaehrt hast! Du warst ein sympathischer und freundlicher erster Gastgeber auf meiner Reise durch den endlosen Sommer!
Das mit den Wellen nehme ich dir nicht uebel, aber du schuldest mir was...
Bis bald -denn ich komme wieder- und Aloah Henner

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